Die Interop Roadmap des Kompetenzzentrums in Zusammenarbeit mit dem Interop Council und Expertenkreis bildet einen transparenten Fahrplan für die nächsten zwei Jahre. Sie ist die Fortschreibung der Planung und Umsetzung strategischer Ausrichtung von IOP Aktivitäten, um ein langfristiges Zielbild zu erreichen: bessere Medizin durch mehr Interoperabilität zu gestalten.
Roadmap
2026-2027

Aktualisiertes Programm für 2026-2027
Die Roadmap 2026-2027
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Themen im Detail
Die Themen der Roadmap wurden wie auch im letzten Zyklus (2024-2025) in fünf unterschiedliche Kategorien geclustert. Anbei sind die Themencluster und die einzelnen Kurzbeschreibungen der Themenstellungen zu finden. Somit wird ein kurzer und präziser Einblick gewährt, was sich hinter den einzelnen Themen verbirgt.
Der Inhalt und die zeitliche Anordnung der Steckbriefe ist dynamisch und wird sich veränderten Rahmenbedingungen anpassen. Vorschläge und Anregungen zur Ausgestaltung der Steckbriefe und zukünftigen Arbeitskreise sind jederzeit willkommen und können direkt an das Kompetenzzentrum für Interoperabilität oder das Interop Councils gerichtet werden.
Patientenportale (Arbeitskreis, beschlossen)
Wie der Datenaustausch zwischen einrichtungsspezifischen Patientenportalen, Primärsystemen und der ePA künftig standardisiert stattfinden? Um dieser Frage nachzugehen wurde ein Arbeitskreis eingerichtet.
Kernprofile Zahnmedizin (Arbeitskreis, geplant)
Gemeinsam mit der BZÄK und zahnmedizinischen Akteuren wollen wir Empfehlungen für ein Infomodell und Use Cases für einen Kerndatensatz Zahnmedizin erarbeiten.
Notfallversorgung
Entwicklung eines Konzepts wie die im Gesetz zur Notfallversorgung ankündigten Schnittstellen gemeinsam und entlang der Patient Journey spezifiziert werden können.
Versorgungs- und Forschungs- Community zusammen bringen
Wie können wir die Spezifikateure der Versorgung (z.B. KBV, RKI, Krebsregister) und Forschung (z.B. MII, NUM) mehr zusammen bringen damit abgestimmt sind und voneinander lernen?
Medizinregister (Arbeitskreis, in Planung)
Wie können medizinische Register bereits verfügbare, standardisierte Daten bessern nachnutzen? Möglicher Ansatzpunkt: Medikationsdaten aus der ePA. Alternativ: wie können medizinischer Register durch SDC mehr Daten strukturiert erfassen?
FHIR R6
Fortführung des Roundtable zu FHIR R5: wie positionieren sich die Spezifikateure in Deutschland zu FHIR R6?
Kerndatensatz Pflege (Arbeitskreis, geplant)
Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Pflege wollen wir anschließen an der Arbeitskreis Pflege Journey aus 2023 und Handlungsempfehlungen für einen Kerndatensatz Pflege herausarbeiten. Dabei wird auch mindestens ein Anwendungsszenario erarbeitet.
Fast track Spezifizierung (PPP/ Pilothäuser)
Wie kann die Einführung von Standards in die Versorgung beschleunigt werden? Wo und wie kann Zeit gespart werden? Welchen Mehrwert könnten Public Private Partnerships oder Pilothäuser bieten?
Kosten von nicht-IOP (Gutachten)
Im Rahmen eines Gutachtens wollen wir ergründen welche Kosten durch die Abwesenheit von interoperablen Daten und Schnittstellen im ambulanten und stationären Sektor entstehen.
Künstliche Intelligenz
Aus folgenden Fragen sollte ein Fokus ausgewählt werden: Wie bilden wir Trainingsdaten für multimodale Anwendungen? Wie kommen Applikationen in die Nutzung? Wie können wir Daten sicher und fallbezogen zusammenführen? Welchen Mehrwert hat KI für die Spezifikationsarbeit?
Use Case für Infomodell Kardio
Der Arbeitskreis Kardiologie aus 2024 hat bereits ein Infomodell vorgelegt. Ziel ist es nun Use Cases und Anwendungsszenarien zu entwickeln.
Rückblick Terminologieservices
Vier Jahre nach Durchführung des ersten Arbeitskreises zu Terminologieservices soll rückblickend analysiert was bereits erreicht werden konnte und in welchen Themen es weiterhin Herausforderungen gibt.
Alpha ID / OrphaNet Umsetzung
Die Alpha ID von Orphanet ist bereits in ISiK verfügbar, wird aber noch nicht flächendeckend genutzt. Wir suchen nach Möglichkeiten, die Umsetzung in der Versorgung zu stärken.
(1) DEMIS automatisiert melden aus KIS/PVS: wie kann die Umsetzung beschleunigt werden.
(2) Klinik Workflows: wie können wir gemeinsame Workflows für den stationären Sektor als Grundlage organisatorischer Interoperabilität entwickeln.
Weitere Informationen
Das Arbeitsprogramm verfolgt die Vision:
- eine hochwertige und kosteneffiziente Versorgung sicherzustellen,
- die datengeleitete Prävention von Krankheiten zu fördern und
- die Forschung mit verfügbaren großen Datenmengen aus Deutschland zu stärken.
All dies wird ermöglicht durch die konsequente Umsetzung der FAIR-Prinzipien: Daten müssen auffindbar, zugänglich, international anschlussfähig und wiederverwendbar abgelegt sein. Betrachtet wird dabei nicht nur Interoperabilität von technischen Standards und Terminologien. Im Sinne des European Interoperability Frameworks sollen alle Dimensionen der Interoperabilität – Recht, Organisation, Semantik und Technik – beleuchtet werden. Die Realität der Regelversorgung zeigt, dass die organisatorische Ebene, insbesondere die Prozessinteroperabilität, von zentraler Bedeutung für eine bessere Anwendung von internationalen Standards im deutschen Gesundheitswesen ist.
Ziel der Roadmap ist es, mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen einen größtmöglichen Impact für Fachanwender:innen, also Ärtz:innen, Pflegepersonal und Heilberufler sowie Patien:innen zu ermöglichen. Die großen Volkskrankheiten in Deutschland sollen daher zentral in den Fokus genommen werden und Arbeitskreise mit direktem Bezug zu onkologischen und kardiovaskulären Erkrankungen priorisiert werden. Des Weiteren sollen Arbeitskreise mit einem Fokus auf Forschungsdaten bevorzugt werden.

Die Erstellung der ersten Roadmap wurde im Sommer 2022 vom Interop Council initiiert und durch ein Kernteam erarbeitet. Für die Erstellung der Roadmap wurde eine deduktive und kollaborative Herangehensweise mit einem dezidierten Kriterienkatalog zur Priorisierung genutzt. Im Rahmen der durch die Geschäfts- und Verfahrensordnung vorgegebenen jährlichen Aktualisierung der Interop Roadmap, wurden die Themen für das Jahr 2026 einer Prüfung unterzogen. Neue Themen, in den Arbeitskreisen 2024 und 2025 identifiziert, wurden der Gesamtliste hinzugefügt. Nach einer Priorisierung durch den Kriterienkatalog, wurden die Themen für die Interop Roadmap 2026 - 2027 neu terminiert und mit dem Interop Council abgestimmt.
Die Roadmap unterteilt sich in 4 Handlungsfelder, sich widerum in zwei Bereiche aufteilen: Nutzerorientierung und Voraussetzungen für Interoperabilität.
Im Rahmen der Nutzerorientierung mit den Handlungsfeldern „Intersektorale Kommunikation“ und „Journeys/ Konzepte“ sollen die Anwender:innen in den Fokus gesetzt werden: ihre Anforderungen an Interoperabilität und entsprechende Use Cases sollen analysiert, Interoperabilitätsbrüche und fehlende Umsetzung von Standards und Terminologien identifiziert werden.
Im Fokus der Voraussetzungen für Interoperabilität mit den Handlungsfeldern „Terminologieservices“, „Implementierung“ und „Harmonisierung“ soll die konkrete Verbesserung im Sinne von Effizienz und Effektivität von Standards und Terminologien, stehen. Ebenso wird die Schaffung von Tools und Infrastrukturen, die die flächendeckende Nutzung von internationalen Standards und Terminologien beschleunigen, zentral betrachtet.
Das Interop Council hat das Ziel, standardisierte und strukturierte (Echtzeit-) Einzeldaten zu generieren, die von Systemen verarbeitet werden können. Damit soll folgendes ermöglicht werden:
- Bessere Informationen und schnelleres Wissen am Point of Care
- Bessere Forschungsmöglichkeiten durch die schnelle und umfassende Verfügbarkeit von Daten
- Entlastung für Leistungserbringer:innen durch Vermeidung unnötiger bürokratischer Aufwände
- Entlastung für Entwickler:innen durch kompatible Spezifikationen
- Bessere Zweitverwertung der Daten, z. B. für präventive Maßnahmen, deskriptive, prädiktive und präskriptive Analytik, KI-Anwendungen etc.
Warum aktualisieren wir die Roadmap?
Die Geschäfts- und Verfahrensordnung (GVO), die den Rahmen der Arbeit des KIGs und des Interop Councils beschreibt, sieht alle zwei Jahre eine Aktualisierung der Roadmap vor. Dies soll die Fortschreibung der Planung, Umsetzung und strategischen Ausrichtung von IOP Aktivitäten ermöglichen. Zudem wird durch eine Befragung des Expertenkreises, die Transparenz insbesondere gegenüber der Community gewährleistet.
Vorgehen zur Aktualisierung

Roadmap Umfrage an den Expert:innenkreis
- Ziel: Um die Roadmap 2026-2027 bestmöglich vorzubereiten, haben wir gemeinsam mit dem Expertenkreis im Rahmen einer Umfrage zurückgeblickt. Die dort genannten Themen gehen direkt in die Longlist des Councils ein und wurden für die Roadmap 2026-2027 bewertet.
- Laufzeit: Die Umfrage stand vom 15.09.2025 bis 17.10.2025 den Expertenkreismitgliedern offen
- Hintergrund: Das Kompetenzzentrum für Interoperabilität (KIG) und das Interop Council legen nach Kapitel 4.2 der Geschäfts- und Verfahrensordnung alle zwei Jahre eine Roadmap vor, die die Aktivitäten zusammen mit Ihnen, den Expertenkreismitgliedern, definiert.
- An der Umfrage nahm etwa ein Viertel aller Expertenkreismitglieder teil. (65 Antworten).
Wir freuen uns sehr, dass wir insbesondere sehr ausführliches Input zu den offenen Fragen und sehr gute Themenvorschläge für die nächste Roadmap erhalten haben.
In der Befragung wurde ermittelt welches Thema auf der bisherigen Roadmap als am erfolgreichsten wahrgenommen wurde. Insgesamt ca. 50% der Antwortenden haben Harmonisierung als wichtigsten Punkt gewählt. In unseren folgenden Arbeiten wollen wir mit dem Fokus auf die Erarbeitung und Abstimmung von Kernprofilen, sowie im Rahmen der Einvernehmen einen Beitrag dazu leisten.
Auch die intersektorale Kooperation und Terminologieservices sollen in der Bearbeitung des KIGs weiterhin stark berücksichtigt werden.

Die Umfrage im Expert:innenkreis zu den Handlungsempfehlungen und deren Umsetzung zeigt ein überwiegend positives Bild. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Empfehlungen sowohl einen bedeutenden Impact auf die Versorgung als auch auf die Spezifizierung liefern. Dennoch gibt es Bereiche, in denen die Sichtbarkeit der Ergebnisse weiter verstärkt werden müssen. Insbeondere zwei Arbeitskreisen (AK IsiK und kardiologischer Basisdatensatz) stehen hier im Fokus.
Zusätzlich konnten wir wertvolles qualitatives Feedback zu unserem Vorgehen sammeln, welches uns dabei unterstützen wird, zukünftige Arbeitskreise noch zielgerichteter zu gestalten. Die zentralen Rückmeldungen umfassen:
- Diskussion und Dokumentation von (Zwischen-)Ergebnissen: Es besteht der Wunsch, Ergebnisse breiter zu diskutieren und transparenter zu dokumentieren, um eine stärkere Einbindung und Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten.
- Fokus auf weitere Medizinthemen: Themen wie Onkologie, Register und andere relevante Bereiche sollten stärker in den Fokus gerückt werden.
- Interessenkonflikte adressieren: Die Wahrnehmung von Interessenkonflikten in Arbeitskreisen sollte proaktiv und klarer behandelt werden.
- Beschleunigung der Umsetzung: Die Implementierung der Empfehlungen und ihre praktische Umsetzung müssen schneller vorangetrieben werden.
- Einbindung relevanter Fachgruppen: Fachgruppen, die später mit den Ergebnissen arbeiten, sollten stärker in den Prozess eingebunden werden.
- Pflege stärker berücksichtigen: Der Bereich Pflege sollte in den Handlungsempfehlungen und Arbeitskreisen eine größere Rolle spielen.
- Gute Ergebnisse, aber fehlende Umsetzung: Obwohl die Ergebnisse positiv bewertet werden, ist die Umsetzung noch nicht ausreichend.
Dieses Feedback nehmen wir auf und werden es in die Planung der kommenden Arbeitskreise integrieren. Ziel ist es, die Qualität der Ergebnisse weiter zu steigern, die Umsetzung zu beschleunigen und die Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren zu optimieren.

Die Umfrage hat gezeigt, dass viele der angesprochenen Themen bereits in unseren Arbeitskreisen bearbeitet wurden und nun gezielt weiterentwickelt werden sollen. Besonders deutlich wurde der starke Bezug zur elektronischen Patientenakte (ePA) und zur Telematikinfrastruktur (TI), was die zentrale Bedeutung dieser Bereiche für die zukünftige Gestaltung unterstreicht.
Im Rahmen der Umfrage wurden zudem konkrete Schwerpunkte genannt, die in Zukunft verstärkt bearbeitet werden sollten. An erster Stelle steht die Pflege, die eine stärkere Einbindung und Berücksichtigung erfordert, um spezifische Anforderungen und Perspektiven besser abzubilden. Auch die Onkologie wurde als ein Bereich identifiziert, der weiter ausgebaut werden sollte, um die Versorgung und Datenintegration in diesem Feld zu optimieren. Darüber hinaus bleibt die Medikation ein wichtiges Thema, insbesondere die Verbesserung von Medikationsplänen und die Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS). Ein weiterer zentraler Punkt ist die Weiterentwicklung der Kernprofile, die entscheidend für die Qualität und Standardisierung in der Versorgung sind.
Die Roadmap 2026-2027 befindet sich aktuell in der Ausarbeitung wird voraussichtlich im Februar auf INA veröffentlicht.
