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Verwendung von FHIR in Deutschland

Zwei Personen am Laptop

Durch die immer stärker werdende Verwendung von HL7 FHIR in Deutschland, sowohl für Spezifikationen, als auch in Softwarelösungen, steigt auch der Bedarf nach einheitlichen Vorgaben und Vorgehensweisen. Fast Healthcare Interoperability Resources (FHIR) seinerseits ist als Standard anzusehen, der ebenso auch einer stetigen Weiterentwicklung unterliegt. 

Im Januar 2024 haben sich die größten Spezifikationsakteure Deutschlands unter Koordination des Interop Councils und des Kompetenzzentrum für Interoperabilität (damalige Koordinierungsstelle) dafür ausgesprochen, den Fokus auf die FHIR Version Release 4 (FHIR R4) zu setzen und einen Wechsel auf R5 nicht anzustreben.

Diese Entscheidung muss mit der Veröffentlichung neuer FHIR Versionen betrachtet und gegebenfalls neu eingeordnet werden.

HL7 FHIR

FHIR R6 Roundtable

Durch die anstehende Veröffentlichung der neuen FHIR Version Release 6 (FHIR R6) wird deutlich, dass erstmals ein normatives Release eingeführt werden wird. Das bedeutet, dass darauf folgende FHIR Versionen garantieren, keine Änderungen einzuführen, die zu einer Inkompatibilität mit älteren Versionen führen (breaking changes). Damit hat FHIR R6 das Potenzial, als neue führende Version für die Spezifikationen in Deutschland zu gelten. 

Gemäß des entwickelten Statements zur Nutzung von FHIR R5, “Eine Migration auf ein neues FHIR Release sollte erst dann vollzogen werden, wenn es einen abgestimmten Zeitplan gibt, der alle aktuell in Deutschland genutzten, FHIR-basierten Spezifikationen von nationaler Tragweite berücksichtigt.”, hat das KIG im Januar 2026 zu einem erneuten Roundtable zur Verwendung von FHIR R6 in Deutschland eingeladen.

Termine und Ergebnisse

Im Roundtable wurde gemeinschaftlich der Bedarf erkannt, sich mit FHIR R6 auseinanderzusetzen und den Bedarf für eine Migration zu diskutieren. Da diese Diskussion nicht in einem Termin klärend abgeschlossen werden kann, haben sich die Teilnehmenden darauf geeinigt, in einem Workshop-Format Aufwände, Bedarfe und Implikationen zu erarbeiten.

Teilnehmende Organisationen am Roundtable (alphabetische Reihenfolge):
Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg e.V.), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV), gematik GmbH, GKV Spitzenverband, HL7 Deutschland, IHE Deutschland, Interop Council, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Kompetenzzentrum für Interoperabilität im Gesundheitswesen, mio42 GmbH, Netzwerk Universitätsmedizin (NUM), Robert Koch Institut.

Protokoll

Nutzung von FHIR R5 in Deutschland

Im Januar 2024 entwarfen die führenden Spezifikationsakteure des deutschen Gesundheitswesen unter Leitung des Kompetenzzentrums für Interoperabilität (ehem. Nationalen Koordinierungsstelle für Interoperabilität im Gesundheitswesen) ein Statement zum Umgang mit FHIR Versionen in Deutschland.

Alle bislang in Deutschland entwickelten FHIR-Spezifikationen von nationaler Tragweite setzen auf der Version 4.0.1 auf. Dies betrifft unter anderem

  • die Deutschen Basisprofile von HL7 Deutschland e.V.,
  • die Spezifikationen (u.a. eAU, eRezept) der KBV,
  • das Ökosystem der Medizinischen Informationsobjekte der mio42 GmbH,
  • die ISiK-Spezifikationen der gematik
  • die Kerndatensätze der Medizininformatik-Initiative
  • die DEMIS-Spezifikationen des Robert-Koch-Institutes
  • der nationale Terminologieserver des BfArM
  • die eRezept-Abgabedaten der ABDA
  • die eRezept-Abrechnungsdaten und den eVersorgungsplanPflege (in Arbeit) des GKV-SV

Da diese Spezifikationen in hohem Maße voneinander abhängig sind, können Migrationen zwischen Major Releases von FHIR nur dann gelingen, wenn sich alle beteiligten Organisationen auf einen gemeinsamen Migrationspfad mit abgestimmten Zeiträumen und Übergangsfristen einigen.

Fazit

Die Organisationen mio42 GmbH, Kassenärztliche Bundesvereinigung, HL7 Deutschland, gematik GmbH, Medizininformatik Initiative, Robert-Koch-Institut, GKV-Spitzenverband, sowie das Interop Council zusammen mit der Nationalen Koordinierungsstelle für Interoperabilität im Gesundheitsweisen stehen gemeinsam hinter dem folgenden Statement:

Derzeit erscheint eine Migration von R4 auf R5 aus Sicht der oben genannten Akteure nicht erforderlich. Eine Migration auf ein neues FHIR Release sollte erst dann vollzogen werden, wenn es einen abgestimmten Zeitplan gibt, der alle aktuell in Deutschland genutzten, FHIR-basierten Spezifikationen von nationaler Tragweite berücksichtigt. Auch neue Projekte sollten bis auf weiteres auf Version 4.0.1 aufsetzen, um die Kompatibilität zu anderen deutschen Spezifikationen zu gewährleisten. Sofern Funktionen oder Elemente aus FHIR R5 benötigt werden, kann auf die Methode der Preadoption zurückgegriffen werden.