Good Practice: Kriterien und Community
Gutes Spezifizieren in der Versorgung
Die zunehmende Verbreitung von HL7 FHIR unterstützt die Interoperalität im deutschen Gesundheitswesen erheblich. Da FHIR den Spezifizierenden größtmögliche Freiheiten lässt, können unterschiedliche FHIR-Profile einen gleichen Datensatz repräsentieren, aber inkompatibel zueinander sein. HL7 Deutschland hat das Problem bereits in Form des FHIR Best Practice Guide adressiert.
Um die Interoperabilität weiter zu stärken und transparente Kriterien für die Einvernehmensprozesse zu schaffen, haben wir im Kompetenzzentrum für Interoperabiltiät im Gesundheitswesen ein Kriterienset aufgebaut, dass auf den Best Practice Guide aufbaut und dessen Aspekte mit zusätzlichen versorgungsrelevante Kriterien kombiniert: die Good Practice Checkliste.
Hintergrund von Good Practice
Seit Inkrafttreten des DigiG im März 2024, setzen eine Reihe von Spezifikationsakteuren (z.B. KBV, kv.digital, mio42, KZBV, Krebsregister) des deutschen Gesundheitswesens das Kompetenzzentrum für Interoperabilität (siehe §385) bei der Erarbeitung von Standards, Profile und Leitfäden vor Veröffentlichung ins Einvernehmen (siehe u.a. §372).
Um diese Einvernehmensverfahren scheller durchführen zu können, ist ein gemeinsames Verständnis von interoperablen Spezifikationen unabdingbar. Ziel ist es hier, das Wissen über HL7 Best Practice zu stärken um die Qualität der Interoperabilität von SPLIRS in Deutschland zu verbessern und die Implementierungslast für Hersteller und Anwender zu reduzieren. Diesen Konsens über "Good Practice" in der Spezifikation von Standards, Profilen und Leitfäden wollen wir gemeinsam in Workshop erarbeiten.
Seit März 2025 laden das KIG und HL7 Deutschland Entwickler und Produktmanager der Spezifikationsakteure zu gemeinsamen, halbtägigen Workshops ein. Bisher fanden Workshops mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, dem Robert Koch Institut, der gematik GmbH und der mio42 GmbH statt. Weitere Workshops befinden sich in Planung.
Good Practice Checkliste
Grundlage dieser Workshops ist eine auf dem HL7 Best Practice Guide erarbeitete Good Practice Checkliste. Gemeinsam wird der Reifegrad bereits bestehender, aktiv genutzter Standards beschrieben und ein Aktionsplan zum Erreichen HL7 Best Practice Standards für zukünftige Spezifikationen entwickelt. Die Ergebnisse der Workshops sind nicht öffentlich.
Diese Erkenntnisse aus den Workshops und die Fragen der Checkliste bilden ebenso die Grundlage für zukünftige Beauftragungen nach §385 SGB V. Mehr Informationen zu aktuell laufenden Beauftragungen finden sie auf der Seite: "Aktuelle Spezifiaktionsaufträge des KIGs”.
Ab Ende 2026 soll eine Good Practice Community eingerichtet werden, die es den "Absolventen" der Workshops, in ihrer Rolle als FHIR Entwickler der öffentlichen Spezifikationsakteure, ermöglicht, regelmäßig in einen lockeren, fachlichen Austausch zu treten, um Interoperabilität zu fördern.