ParkProReakt: Proaktive statt reaktive Symptomerkennung bei Parkinson-Patient/-innen

ParkProReakt

Typ:
Projekt
Stand:
31.05.2022
Medizinische Fachrichtungen:
Neurologie
Projekt von:
01.01.2022
Projekt bis:
31.12.2024
Schlagwörter:
App // Case Management // chronisch // Compliance/ Adhärenz // integrierte Versorgung // Managed Care // mobile Health // Monitoring // Parkinson // personalisierte Medizin // Versorgungsforschung // Wearable // ältere Menschen
Versorgungsebene:
ambulante Versorgung // Diagnostik // spezialisierte fachärztliche Versorgung
Zielsetzung:

Das Projekt ParkProReakt hat zum Ziel, ein interdisziplinäres, digital gestütztes Versorgungsmodell zu entwickeln welches eine proaktive Symptomerkennung bei Parkinson-Patient*innen ermöglicht und so die Gesundheitsversorgung der Patient*innen und deren Angehörige verbessert.

Beschreibung

In Deutschland leiden derzeit rund 400.000 Menschen an einer Parkinson-Erkrankung. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Parkinson-Patientinnen und -Patienten angesichts des demographischen Wandels und einer immer älter werdenden Bevölkerung weiter steigen wird. Parkinson ist eine komplexe Erkrankung mit individuell unterschiedlichen Symptomen. Häufig sind Patientinnen und Patienten jedoch von einer verminderten Lebensqualität betroffen und pflegende Angehörige stark belastet.

Die Behandlung von Parkinson-Patientinnen und -Patienten ist komplex, doch findet eine Betreuung oft nur einmal pro Quartal statt, manchmal sogar noch seltener, da der Weg zum Arzt für viele Patientinnen und Patienten eine Herausforderung ist. Interdisziplinäre Versorgungsansätze und digitale Lösungen können hier eine integriertere Versorgung ermöglichen. Im Rahmen des Projekts wird eine deshalb ein Versorgungsansatz entwickelnt, in dem verschiedene Professionen zusammen arbeiten. Ziel ist es, die Versorgung von Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen zu verbessern, indem der Informationsaustausch zwischen Patientinnen und Patienten und behandelndem Team zu stärken. Ein wesentliches Ziel ist es außerdem, frühzeitig und proaktiv Symptomänderungen im Krankheitsverlauf zu erkennen, den Patientinnen und Patienten Handlungsstrategien an die Hand zu geben und somit den Krankheitsverlauf günstig zu beeinflussen.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 3,8 Millionen Euro gefördert. Hierbei arbeiten folgende Konsortialpartner zusammen:

  • Philipps Universität Marburg
  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
  • MVB Telemed GmbH
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Philipps-Universität Marburg
  • Praxis für Neurologie und Psychiatrie Hamburg Walddörfer
  • Techniker Krankenkasse
  • Technische Hochschule Mittelhessen
  • Universität zu Köln
  • Universität zu Lübeck 

Abgeleitete Maßnahmen

Die Auswertung der Daten wird in einem übersichtlichen Ampelschema dargestellt und kann von Ärzten, Parkinson-Nurses und ambulanten Pflegekräften abgerufen werden. Das Schema dient den Versorgerinnen und Versorgern als Indikator für den Gesundheitszustand und ermöglicht so eine objektive Bewertung des Krankheitsverlaufes bzw. der Effizienz der therapeutischen Maßnahmen. Als Reaktion kann das Team Hausbesuche veranlassen oder die Therapiestrategie anpassen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit mit den Patient*innen und Angehörigen virtuell oder telefonisch in Kontakt zu treten.

Zusätzliche Maßnahmen

Keine Angabe durch den Projektträger

Informationsgewinnung und -übertragung

Das Rückrat des Versorgungsmodells stellt die digitale Infrastruktur dar, bestehend aus einer Webplattform (Anwendungsbereich für Versorger*innen und Betroffene), einer mobilen Anwendung (App), körpernahen Sensoren in einem Wearable (AppleWatch), einem Videotherapiegerät und einem server-basierten Datenintegrationszentrum.

Über die App sollen Patient*innen und Angehörige die Möglichkeit haben, passgenaue Handlungsempfehlungen zu verschiedenen Themen rund um das Thema „Leben mit Parkinson“ zu erhalten. Über die App erfolgt außerdem das longitudinale Monitoring der Teilnehmenden. Hierfür werden innerhalb der App verschiedene kognitive und motorische Tests bereitgestellt, die von den Patient*innen regelmäßig durchgeführt werden sollen. Somit wird eine kontinuierliche Erfassung von physischen und psychischen Gesundheitsindikatoren ermöglicht. Weitere physiologische Parameter (Aktivitäts- und Ruhezyklen, Bewegungsmuster), werden durch ein Wearable am Handgelenk (AppleWatch®) der Patient*innen erfasst. Ein Videotherapiegerät (EVA) ermöglicht das Monitoring im häuslichen Umfeld: Patient*innen können regelmäßig kurze Ansage-gestützte Videos von sich aufnehmen, in denen sie ihre Beweglichkeit demonstrieren und auch über nicht-motorische Probleme berichten können. Diese Videos werden sodann gesichert übertragen und  werden von den Versorger*innen ausgewertet. Zudem kann eine direkte digitale Kommunikation zwischen Versorger*innen und Patient*innen erfolgen.

Informationsempfänger und -verarbeitung

Kernelement des Versorgungsmodells ist eine individuelle Versorgungsgestaltung. Um diese zu ermöglichen, werden die mit der App, dem Videotherapiegerät und dem Wearable erfassten Daten über eine sichere Schnittstelle (Gateway) in ein sogenanntes Datenintegrationszentrum (DIZ) am Institut für medizinische Informatik der Justus Liebig Universität Gießen übertragen, wo eine semi-automatisierte Bewertung  der Daten durch die Verwendung von Methoden des maschinellen Lernens erfolgt. Diese Auswertung der Daten wird in ein übersichtlichen Ampelschema übersetzt (grün = alles okay, gelb = Rückkopplung zwischen Versorgern und Patient*innen erforderlich, rot = es besteht akuter Handlungsbedarf) und kann von Patient*innen über die App, als auch von Versorger*innen über die Webplattform jederzeit abgerufen werden. Neben dem Ampelschema werden die Daten im Einzelnen zusätzlich durch dezentral arbeitenden Parkinson-Nurses kontinuierlich gesichtet und bewertet.

Für diesen Austausch stellen die Webplattform und das Videotherapiegerät die zentralen Medien dar. Im Anwendungsbereich für Versorger*innen bietet die Plattform Funktionen zur Datensichtung. Über die Prädiktion einer potenziellen klinischen Verschlechterung aus den aufbereiteten Daten kann so beispielsweise dem behandelnden Team automatisch potentielle Risiko-Patient*innen bspw. für Stürze, Halluzinationen o.ä. angezeigt werden. Dadurch hat das Team die Möglichkeit, proaktiv Maßnahmen einzuleiten (z. B. Medikamentenumstellung/-reduktion). Zusätzlich ermöglicht die Plattform einen interdisziplinären Informationsaustausch unter den Versorgenden. So werden beispielsweise digitale Parkinson-Konferenzen oder interdisziplinäre Konsiliarsitzungen in einem geschützten Raum möglich. 

Im Anwendungsbereich für Betroffene haben Versorger*innen die Möglichkeit mit den Patient*innen in Kontakt zu treten (z.B. über virtuelle Videosprechstunden mittels Videotherapiegerät). Den Patient*innen ist es außerdem möglich, jederzeit selbst mit der Parkinson-Nurse in Kontakt zu treten, um Fragen zu stellen oder Veränderungen des Gesundheitszustandes zu besprechen.

Zielgruppe:

Einwilligungsfähige Patienten mit idiopathischen Parkinson-Syndrom

Einschlusskriterien

  1. klinische Diagnose eines Idiopathischen Parkinson-Syndroms (IPS)
  2. Klinischer  Schweregrad  Hoehn & Yahr Stadium I-IV
  3. Alter >25 Jahre
  4. gute Deutschkenntnisse
  5. einwilligungsfähig
  6. In der Lage sich an Informationen zu erinnern, diese zu nutzen, um eine Entscheidung zu treffen und Entscheidungen durch Sprechen, Gebärdensprache oder andere Mittel mitzuteilen

Ausschlusskriterien

  1. andere Erkrankung, die die Kognition beeinträchtigt
  2. Verständnis- und/ oder Kommunikationsschwierigkeiten
  3. Ablehnung und/ oder Unfähigkeit an der klinischen Studie teilzunehmen, im deren Rahmen das Versorgungsmodell evaluiert wird

Teilnehmende Versicherte:

Geplante Anzahl: 170
Einzugsgebiet: DE Hamburg
Einzugsgebiet: DE Hessen


Geplante Anzahl: 170
Einzugsgebiet: DE Hamburg
Einzugsgebiet: DE Hessen

Auswahl-/Zugangsverfahren der Versicherten

Die Rekrutierung erfolgt an den beiden Standorten durch die medizinischen Versorgungspartner (Univeristätsklinikum Marburg, Parxis für Neurologie Hamburg Walddörfer). Zuätzlich wird das Projekt durch den Konsortialpartner Techniker Krankenkasse beworben.

Anreizsystem für Teilnehmer:

Die Teilnahme am dem Projekt und in der Studie ist freiwillig. Patient*innen in der Kontrollgruppe eine finanzielle Entschädigung für den Mehraufwand. Patient*innen in der Interventionsgruppe erhalten für die Dauer der Intervention kostenfreien Zugang zu dem Versorgungsmodell, sowie allen dafür notwendigen digitalen Technologien (Smartphone, Wearable etc.).

Einbindung der Versicherten:

Die im Projekt teilnehmenden Versicherten werden in die Gestaltung und Evaluation des Versorgungsmodells aktiv eingebunden (Bsp. über Fokugruppen). Zusätzlich werden Vetreterinnen und/ oder Vertreter zu Projektsitzungen eingeladen.

Auswahl-/Zugangsverfahren der Leistungserbringer:

Nach Abschluss des Projekts soll das Versorgungsmodell Leistungserbringerinnen und -erbringern über eine selektivvertragliche Lösung zugänglich sein.

1. Kostenträger:

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss
Web: https://innovationsfonds.g-ba.de/

Adresse:
Postfach 12 06 06
10596 Berlin
Deutschland

2. Kostenträger:

Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss
Web: https://innovationsfonds.g-ba.de/

Adresse:
Postfach 12 06 06
10596 Berlin
Deutschland

Teilnehmende Leistungserbringer:

Ambulante Pflege (z.B. Pflegedienst) // Ärzte

Weiterführende Informationen

nicht zutreffend

Durchführung einer Evaluation:

Vorgesehen

Typ der Evaluation:

Compliance // Medizinisch // Usability // Ökonomisch

Ziele der Evaluation:

Die zentrale Fragestellung der Evaluationsstudie ist, ob das geplante telemedizinisch-gestützte integrierte Versorgungsmodell mit einer Verbesserung der Versorgung von Parkinson- Patient*innen einhergeht. Die Verbesserung soll vor allem dadurch erreicht werden, dass Parkinson-Patient*innen der Interventionsgruppe im integrierten, digital gestützten Versorgungsmodell eingebunden werden. Dabei sollen speziell folgende Forschungshypothesen im Rahmen der summativen Evaluation überprüft werden:

Primär:

  • Parkinson-Patient*innen, die an dem neuen Versorgungsmodell teilnehmen, haben eine höhere gesundheitsbezogene Lebensqualität als Parkinson-Patienten in der Regelversorgung.

Sekundär:

  • Das subjektive Wohlbefinden der Parkinson-Patient*innen, die an dem neuen Versorgungsmodell teilnehmen, ist höher als bei Patienten in der Regelversorgung.
  • Angehörige von Patient*innen, die an dem neuen Versorgungsmodell teilnehmen, weisen eine niedrigere Belastung auf als bei Patienten in der Regelversorgung.
  • Die digital-gestützte integrierte Versorgung führt zu einer Reduktion der Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen, insbesondere von Krankenhausaufenthalten von Parkinson-Patient*innen.
  • Die digital-gestützte integrierte Versorgung führt zu einer Reduktion der Krankheitskosten bei Parkinson-Patient*innen.

Durchführende Organisation:

Institut für Versorgungsforschung und klinische Epidemiologie, Philipps-Universität Marburg
35043 Marburg
Deutschland zur Website

Art/Typ des Evaluationskonzeptes:

Das Evaluationskonzept undersucht neben der Bereitschaft zur Teilnahme, auch die Effektivität der etablierten Versorgungsrozesse, sowie den Effekt der Versorgung auf medizinisch relevante Parameter.

Art des Evaluationsdesigns:

Das Evaluationskonzept orientiert sich an Vorgaben zu komplexen Gesundheitsinterventionen und umfasst sowohl qualitative als auch quantitative Methoden in einem Mixed-Methods-Ansatz. Dabei werden formative und summative Evaluationskomponenten kombiniert.

Der summativen Evaluation liegt ein stratifiziertes randomisiert-kontrolliertes Parallelgruppendesign zugrunde, wobei der Zielerreichungsgrad bei den primären und sekundären Zielgrößen der Interventions- im Vergleich zur Kontrollgruppe analysiert wird. Da die Intervention für die Patient*innen und Behandelnden offensichtlich ist bzw. deren aktive Mitarbeit erfordert, kann eine Verblindung nur auf der Ebene der Analysen stattfinden.

Die formative Evaluation begleitet den in der Studie gewählten Nutzer-zentrierten, iterativen Entwicklungsansatz gemäß ISO9241-210 für die technischen Komponenten. Die kommunikativen, kooperationszentrierten Elemente der Studie werden auf der Basis von Befragungen der Patienten und beteiligten Akteure weitestgehend mit validierten Messinstrumenten, sowie auf der Basis von Fokusgruppeninterviews untersucht.

In der gesundheitsökonomischen Evaluation erfolgt eine Kostenbetrachtung der direkten Kosten aus der gesellschaftlichen Perspektive wird durch Daten aus Patientenbefragungen zur Leistungsinanspruchnahme mit einer Adaption des FIMA und mit Behandlungstagebüchern erhoben. Für die gesundheitsökonomische Betrachtung folgt die monetäre Bewertung der gesundheitlichen Leistungen (z. B. ambulante Leistungen, Krankenhausaufenthalte, Medikation etc.) mittels gängiger Bewertungssätze. Eine Kostenbetrachtung aus der Kostenträgerperspektive wird durch die Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen und die Kosten anhand der Routinedaten der beteiligten Krankenkasse erfasst.

Art der verwendeten Daten:

Für die Evaluation werden sowohl GKV-Routinedaten als auch patienenberichtete Daten (z.B. über Fragebögen) als auch Prozessdokumentationen hinzugezogen.

Ergebnisse:

nicht zutreffend

Outcome

Ergebnisevaluation:

  • Primäre Endpunkte:
    • Lebensqualität der Patient*innen

  • Sekundäre Endpunkte:
    • subjektives Wohlbefinden der Patient*innen
    • Eintritt der Pflegebedürftigkeit bzw. deren Veränderung
    • Belastung der Angehörigen
    • Kognition/Exekutivfunktion
    • Fingerfeinmotorik
    • Inanspruchnahme gesundheitlicher Leistungen und Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte

 

Programm-/ Prozessevaluation:

  • Akzeptanz & Brauchbarkeit der eingesetzten digitalen Lösungen druch die Patient*innen
  • Aktivitäten der koordinierenden Parkinsonpflegekräfte
  • Schulungsaktivitäten für die Leistungserbringer im Versorgungsmodell und deren Akzeptanz
  • Kooperation zwischen den Akteuren der Gesundheitversorgung und deren Einschätzung
  • Förderliche/hinderliche Faktoren der Versorgungsinnovation

Intervention

ParkProReakt Versorgungsmodell

Kontrollgruppe

Einwilligungsfähige Patienten mit idiopathischen Parkinson-Syndrom

Patientenkollektiv

Einwilligungsfähige Patienten mit idiopathischen Parkinson-Syndrom

Vorhandene Rechtsgrundlage

Öffentliche Förderung

Zusätzliche Rechtsgrundlage

Förderung von neuen Versorgungsformen (§ 92a Abs. 1 SGB V)

Angestrebte Rechtsgrundlage

Selektivvertrag gem. §140a SGB V mit einer Erweiterung um §630a BGB

Genutzte Förderprogramme

Digitale Transformation – Lösungen zur Weiterentwicklung der Versorgung 
Kapazität: 3,8 Millionen Euro
Kennung: 01NVF20019

Digitale Transformation – Lösungen zur Weiterentwicklung der Versorgung 
Kapazität: 3,8 Millionen Euro
Kennung: 01NVF20019

Das Rückrat des Versorgungsmodells stellt die digitale Infrastruktur dar, bestehend aus einer Webplattform (Anwendungsbereich für Versorger*innen und Betroffene), einer mobilen Anwendung (App), körpernahen Sensoren in einem Wearable (AppleWatch), einem Videotherapiegerät und einem server-basierten Datenintegrationszentrum.

Über die App sollen Patient*innen und Angehörige die Möglichkeit haben, passgenaue Handlungsempfehlungen zu verschiedenen Themen rund um das Thema „Leben mit Parkinson“ zu erhalten. Über die App erfolgt außerdem das longitudinale Monitoring der Teilnehmenden. Hierfür werden innerhalb der App verschiedene kognitive und motorische Tests bereitgestellt, die von den Patient*innen regelmäßig durchgeführt werden sollen. Somit wird eine kontinuierliche Erfassung von physischen und psychischen Gesundheitsindikatoren ermöglicht. Weitere physiologische Parameter (Aktivitäts- und Ruhezyklen, Bewegungsmuster), werden durch ein Wearable am Handgelenk (AppleWatch®) der Patient*innen erfasst. Ein Videotherapiegerät (EVA) ermöglicht das Monitoring im häuslichen Umfeld: Patient*innen können regelmäßig kurze Ansage-gestützte Videos von sich aufnehmen, in denen sie ihre Beweglichkeit demonstrieren und auch über nicht-motorische Probleme berichten können. Diese Videos werden sodann gesichert übertragen und  werden von den Versorger*innen ausgewertet. Zudem kann eine direkte digitale Kommunikation zwischen Versorger*innen und Patient*innen erfolgen.

Kernelement des Versorgungsmodells ist eine individuelle Versorgungsgestaltung. Um diese zu ermöglichen, werden die mit der App, dem Videotherapiegerät und dem Wearable erfassten Daten über eine sichere Schnittstelle (Gateway) in ein sogenanntes Datenintegrationszentrum (DIZ) am Institut für medizinische Informatik der Justus Liebig Universität Gießen übertragen, wo eine semi-automatisierte Bewertung  der Daten durch die Verwendung von Methoden des maschinellen Lernens erfolgt. Diese Auswertung der Daten wird in ein übersichtlichen Ampelschema übersetzt (grün = alles okay, gelb = Rückkopplung zwischen Versorgern und Patient*innen erforderlich, rot = es besteht akuter Handlungsbedarf) und kann von Patient*innen über die App, als auch von Versorger*innen über die Webplattform jederzeit abgerufen werden. Neben dem Ampelschema werden die Daten im Einzelnen zusätzlich durch dezentral arbeitenden Parkinson-Nurses kontinuierlich gesichtet und bewertet.

Bei Bedarf kann die Parkinson-Nurse die Ärzt*innen der Universität Marburg bzw. der Praxis Hamburg-Walddörfer konsultieren und über Veränderungen informieren. Befindet sich ein*e Patient*in in einem „roten“ Bereich, kann die Parkinson-Nurse sich außerdem ad hoc mit der Patientin bzw. dem Patienten in Verbindung setzen und das weitere Vorgehen besprechen. Die mobilen Pflegekräfte eines ambulanten Pflegedienstes ermöglichen in diesem Fall außerdem eine zusätzliche Betreuung vor Ort.

Für diesen Austausch stellen die Webplattform und das Videotherapiegerät die zentralen Medien dar. Im Anwendungsbereich für Versorger*innen bietet die Plattform Funktionen zur Datensichtung. Über die Prädiktion einer potenziellen klinischen Verschlechterung aus den aufbereiteten Daten kann so beispielsweise dem behandelnden Team automatisch potentielle Risiko-Patient*innen bspw. für Stürze, Halluzinationen o.ä. angezeigt werden. Dadurch hat das Team die Möglichkeit, proaktiv Maßnahmen einzuleiten (z. B. Medikamentenumstellung/-reduktion). Zusätzlich ermöglicht die Plattform einen interdisziplinären Informationsaustausch unter den Versorgenden. So werden beispielsweise digitale Parkinson-Konferenzen oder interdisziplinäre Konsiliarsitzungen in einem geschützten Raum möglich. 

Im Anwendungsbereich für Betroffene haben Versorger*innen die Möglichkeit mit den Patient*innen in Kontakt zu treten (z.B. über virtuelle Videosprechstunden mittels Videotherapiegerät). Den Patient*innen ist es außerdem möglich, jederzeit selbst mit der Parkinson-Nurse in Kontakt zu treten, um Fragen zu stellen oder Veränderungen des Gesundheitszustandes zu besprechen.

Verwendete Standards:

Keine Angabe durch den Projektträger

Weitere verwendete Standards:

Keine Angabe durch den Projektträger

Verwandte Projekte:

Keine Angabe durch den Projektträger

Wählen Sie

Kontakt

Gesamtprojektleitung:

Philipps-Universität Marburg Klinik für Neurologie
PD Dr. med. David Pedrosa
Baldingerstraße
35043 Marburg
Deutschland
zur Website

Ärztliche Projektleitung:

Philipps-Universität Marburg Klinik für Neurologie
PD Dr. med. David Pedrosa
Baldingerstraße
35043 Marburg
Deutschland
zur Website

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